Denkmalzettel

Vermeidung von Schimmelpilzen nach Sanierung von Altbau

Nach Nutzungsänderung, Sanierung und Modernisierung von Gebäuden schwerer Bauart und als Wohnung genutzter Altbauten bildet sich Feuchte an den Wänden, vorwiegend auf der Nordseite des Gebäudes. Der untere Bereich der Wände des Erdgeschosses und der obere Bereich von Wohnräumen zum unbeheizten Dachboden sind am stärksten betroffen. In jeder dritten Wohnung ist dadurch Wohnungsschimmel zu finden. Das Wärme-Feuchte-Gleichgewicht der Gebäudehülle stimmt nicht mehr. Alle Sanierungsleistungen wurden nach DIN-Normen ausgeführt! Besitzer und Bewohner von Altbauten sind ratlos.
Vermieter übergeben Mietern Merkblätter zum "richtigen Heizen und Lüften", Anordnung der Möbel, Entfernung von Zimmerpflanzen und Aquarien. Diese bauphysikalisch aus dem Zusammenhang gerissenen, laienhaften Ratschläge sind objektiv unzutreffend. In der Zeitschrift „WOHNUNG + GESUNDHEIT" Nr.103/02 wird durch Messreihen von Baubiologen der Zusammenhang von Luftfeuchte und Bauwerksfeuchte nachgewiesen. Üblich empfohlene Stoßlüftung ist zur Vermeidung von Kondensatfeuchte für eine vertragsgemäße Nutzung einer Wohnung nicht ausreichend. Durch fehlende Möglichkeit der Pufferung von Feuchte und zu niedriger Oberflächentemperatur von Bauteilen ist entstehende Luftfeuchte sofort abzuführen. Weiterhin besteht ein Widerspruch zu den Zielen der angestrebten Energieeinsparung. Der Nutzen von Wärmedämmung und Luftdichtung der Gebäude wird durch Lüftungsverluste zur Abführung von Luftfeuchte und höherer Oberflächen- und Mauerwerksfeuchte fraglich. Gesundheitliche Schäden der Bewohner werden üblich und selbstverständlich. Besonders zutreffend ist dies in der Denkmalpflege und der Modernisierung von Altbausubstanz.
Selbst bei Einhaltung der genormten Vorgaben kommt es in immer größerem Umfang zu Baumängeln und Schädigungen der Gesundheit der Bewohner.

Welche Veränderungen in der Wohnung sind daran schuld?

  • Zur Einsparung von Heizenergie (Wärmeträger Warmluft) werden absolut dichte Fenster eingebaut.
  • Die Außenwände werden mit Dämmplatten aus Styropor beklebt.
  • Mit Kunststoff gebundener Außenputz und Kunststoffdispersionsfarben dichten die Wände dann völlig ab.
  • Direkt auf den Kalkputz gestrichene, difussionsoffene geleimte Wandfarbe wird abgewaschen und Raufasertapete aufgeklebt. Diese wird mit Kunststoffdispersion gestrichen. Oberflächenfeuchte entsteht.
  • Decken und Wände werden mit Spanplatten-Paneelen oder Styroporplatten "verschönt".
  • Fußböden sind mit Folien und Spanplatten-Laminat oder PVC- Belag abgedichtet.
  • Bäder werden raumhoch gefliest.
  • Großflächige dünne Plattenheizkörper werden durch kleinflächige dicke Kompaktheizkörper ersetzt.
  • Bei Ofenheizung wird der Kachelofen entfernt und die Esse verschlossen.

Warum kommt das bisherige, ausgewogene Verhältnis von Wärme und Feuchte aus dem Gleichgewicht?

Neben Baustofffeuchte durch bauliche Schäden oder eingebrachte Baustoffe sind die Veränderungen der Raumluftfeuchte die Hauptursache. Der Grund für über 90 % der Fälle von Wohnungsschimmel ist derzeit der vom Bewohner verursachte Wasserdampf der mit warmer Heizungsluft sofort auf kalte Oberflächen transportiert wird und sich dort als Kondenswasser absetzt. Dieses Oberflächenwasser, Schimmelsporen aus der Raumluft und ein aus organischem Material (z.B. Hausstaub, Tapete usw.) bestehender Untergrund sind die Grundlagen für den Wohnungsschimmel. Empfehlungen zur Vermeidung von Schimmelpilzen bei Sanierung und Modernisierung

Die Gebäudehülle sollte in der Lage sein, kurzzeitige Schwankungen der Luftfeuchte auszugleichen. Überhöhte (über 75% rel.) Raumluftfeuchte wird in der Regel in einer Wohnung vom Bewohner nicht ständig durch Waschen, Kochen, Duschen usw. an die Raumluft abgegeben. Eine natürliche, vom Nutzer unabhängige, bauphysikalisch bedingte Grundlüftung (DIN 1946-6) sichert den Wasserdampfdruck-Ausgleich.